Geschäftsbericht 2010: Hohe Sicherheit trotz tiefen Versicherungsprämien

9. Mai 2011

2010 wendete die Gebäudeversicherung Zug für die Begleichung von Feuer- und Elementarschäden an Gebäuden rund 7.5 Mio. Franken auf. Noch höher als die Gebäudeschäden fielen mit 7.9 Mio. Franken die Kosten für die Rückversicherungsprämien aus. Trotzdem erzielte die Gebäudeversicherung einen Betriebsgewinn von 1.57 Mio. Franken. Der Grund liegt im Systemgedanken „Sichern und Versichern“ .

Die Gebäudeversicherung Zug integriert die Schadenverhütung, die Schadenbekämpfung und die Schadenerledigung in ein System von „Sichern und Versichern“. Die drei Aufgabenbereiche wirken positiv aufeinander ein. Gezielte Investitionen in die Prävention und Schadenbekämpfung senken die Schadenquoten und damit die Schadenkosten. Dies wirkt sich positiv auf die Höhe des Prämiensatzes aus, was wiederum den Hauseigentümern, Mietern und der öffentlichen Hand zugute kommt. Monopol und Obligatorium ermöglichen ein solidarisches Konzept, das Risiken und Kosten auf alle verteilt. Dadurch konnten selbst Jahrhundertereignisse wie die Hochwasser- und Sturmschäden 1999 (Sturm Lothar) oder die landesweiten Überschwemmungen 2005 ohne Versicherungsausschlüsse und ohne Prämienerhöhungen bewältigt werden. Der Prämiensatz für die Versicherten bleibt auch 2011 unverändert. Seit nunmehr sieben Jahren bezahlen diese 55 Rappen je 1000 Franken Versicherungskapital. In Zeiten von Klimaveränderung, steigenden Naturgefahren und in der Folge höheren Schadenereignissen stellt dies eine bemerkenswerte Leistung dar. Zumal der Prämiensatz in der frühen 90-er Jahren bei deutlich höheren 80 Rappen lag und seither kontinuierlich gesenkt werden konnte.

Durchschnittliches Schadenjahr
Der Kanton Zug blieb im Jahr 2010 von aussergewöhnlich schweren Feuer- und Elementarschäden verschont. Insgesamt entstanden bei 191 Brandfällen Schäden von 2.72 Mio. Franken. Die beiden grössten Einzelfeuerschäden ereigneten sich am 13. Februar und am 13. Dezember in Hünenberg. Betroffen waren ein bewohntes Wohngebäude in der Landwirtschaftszone und eine ältere Scheune. Beide Liegenschaften erlitten Totalschaden. Bei den Elementarschäden stiegen sowohl die Anzahl Schäden als auch die Gesamtschadenhöhe im Vergleich zu 2009 markant an. Hauptursache waren zwei heftige Hagelzüge im Juli, welche vor allem im Berggebiet deutliche Spuren hinterliessen. Zwei landwirtschaftliche Wohnhäuser erlitten Totalschaden und mussten abgebrochen werden. Die Anzahl gemeldeter Schädenfälle stieg auf 812 (Vorjahr 560). Die Schadensumme lag bei knapp 4.7 Mio. Franken. Damit lagen im Jahr 2010 sowohl die Feuerschäden wie auch die Elementarschäden deutlich unter dem 10-Jahresdurchschnitt.

Keine Prämienerhöhungen
Per 31. Dezember 2010 waren bei der Gebäudeversicherung Zug 24’272 Gebäude mit einem Versicherungskapital von 39.91 Mrd. Franken versichert. Die Bruttoprämieneinnahmen betrugen 22.93 Mio. Franken. Diese wurden anteilsmässig auf die Versicherung (19.72 Mio.) und das Amt für Feuerschutz (3.21 Mio.) verteilt. Als Folge der Häufung schlechter Schadenjahre kam es 2010 erneut zu einer Erhöhung der Rückversicherungsprämien (+600´000 Franken). Diese betragen mittlerweile 7.9 Mio. Franken oder 34% der Bruttoprämieneinnahmen. Trotz dieser Belastungen und den hohen Schadenzahlungen in den vergangenen Jahren konnte 2011 auf eine Prämienanpassung verzichtet werden. Das eingangs erwähnte System „Sichern und Versichern“ hat sich einmal mehr für alle Versicherten ausbezahlt.

Das Betriebsergebnis per 31. Dezember 2010 weist bei einem Aufwand von 20.4 Mio. Franken einen Überschuss von knapp 129´000 Franken auf. Aus der Bewirtschaftung der Liegenschaften und Kapitalreserven resultierte zudem ein Finanzgewinn von 1.9 Mio. Franken. Der Jahresgewinn von 1.57 Mio. Franken (Vorjahr 2.15 Mio.) wurde vollumfänglich dem Reservefonds zugewiesen.

Der Systemgedanke von "Sichern und Versichern".
Der Systemgedanke von "Sichern und Versichern".